Cephalotus Follicularis

Cephalotus Follicularis

Meine persönliche Lieblingspflanze unter den Carnivoren. Nicht gerade leicht in der Pflege aber eine sehr interessant Pflanze. Eine sehr gute Beschreibung der Art ist in Wikipedia zu finden: Link

Allgemeine Pflege
Die meisten Erfolg mit der Pflege des australischen Zwergkrugs hatte ich mit folgendem Aufbau:
Die Pflanze sollte ein Sand-Torf-Gemisch im Verhältnis 1:1 (Mengenmäßig) gepflanzt werden. Hierbei gilt: Je mehr Substrat und vor allem je tiefer der Zwergkrug wurzeln kann, um so besser. Wenn der Cephalotus einmal eingepflanzt ist, sollten man ein umpflanzen möglichst lange vermeiden, da er Wurzelstörungen nicht sehr gut verkraftet.
Wichtig ist auch eine gute Drainage. Häufige Staunässe schränkt das Wachstum der Pflanze stark ein und kann zu Wurzelfäule führen. Daher ist eine Anstaubewässerung nicht zu empfehlen.
Extrem feucht muss der Zwergkrug wie auch die meisten Zwergsonnentau-Arten nicht gehalten werden. Die Erde sollte zwar meist feucht sein, aber die oberste “Erdkruste” (wenige Millimeter) kann ruhig auch mal austrocknen.
Durch die Haltung in einem Terrarium erreicht man sehr leicht die notwendige Luftfeuchtigkeit für den Zwergkrug. Dieser hat an diese allerdings auch keine besonders hohen Anforderungen. Sie sollte nur möglichst über 50% liegen.
Bei der Beleuchtung ist er aber recht anspruchsvoll. Will man die tiefrote Färbung des Cephalotus bewundern und nicht nur Grün sehen sind entweder einige Stunden direkte Sonne (Vorsicht bei Terrarien: Hier droht leicht der Hitzetod!!!) oder eine starke künstliche Beleuchtung notwendig. Die oben abgebildete Pflanze wächst unter 4 35 Watt T5-Röhren in einem Abstand von ca. 25 cm.

Vermehrung
Der Zwergkrug lässt sich auf 3 Arten vermehren: Über Samen, durch Teilung und durch Blattstecklinge.
Die Vermehrung durch Blattstecklinge ist in meinen Augen die effektivste.
Es bedarf lediglich eines neu entwickelten Blattes der Mutterpflanze. Es ist hierbei egal ob es sich um eines der spezialisierten Fangblätter oder um ein normales Blatt handelt. Man trenne das Blatt vorsichtig von der Mutterpflanze ab indem man es vorsichtig nach unten zieht. Es ist wichtig das ein winziger Teil des Blattansatzes am Ribosom mit abgelöst wird.
Dieses Blatt wird nun auf das Pflanzsubstrat (gechacktes Sphagnum-Moos oder ein Sand-Torf-Gemisch von 1:1) gelegt und der Blattansatz darin vergraben. Um eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit zu erreichen packt man den Steckling entweder in eine Pflastiktüte oder gibt ihn in ein geschlossenes Terrarium.
An einem hellen Stellplatz ohne direkte Sonne sollte sich in 1-4 Monate eine neue kleine Pflanze aus dem Steckling entwickeln.

Die Vermehrung über Samen ist nicht so invasiv für die Pflanze wie die durch Blattstecklinge. Cephalotus-Samen ist allerdings recht schwer zu bekommen und sollte auch frisch sein. Nach der Aussaat auf fein gehacktem Sphagnum-Moos  (nur auf das Moos legen und nicht darunter bedecken) sollte der Pflanzpot ein einer Plastiktüte versiegelt und  8 Wochen im Kühlschrank gelagert werden. Nach dieser Zeit den Pflanzpot an einen hellen Ort ohne direktes Sonnenlicht stellen und warten (die Plastikhülle sollte am Pot bleiben, um eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit zu gewähren).
Es dauert allerdings bis zu einem halben Jahr bis erste sehr winzige Pflanzen sichtbar sind. Also nicht zu schnell die Geduld verlieren!

Die Vermehrung durch Teilung der Pflanze habe ich bisher noch nicht versucht. Das Risiko dabei große Teile der Pflanze zu verlieren war mir hierbei zu groß. Sollte ich es dennoch einmal angehen werde ich hier davon berichten.

Bekämpfung von Schildläusen
Cephalotus scheint recht leicht von Schildläusen befallen zu werden. Leider nimmt die Pflanze ja durch die spezilisierten Blätter ihre Nährstoffe auf. Und somit auch alle Giftstoffe die man über die Pflanze sprüht. Meiner Erfahrung nach schadet diese Behandlung der Pflanze sehr.
Die (leider zeitaufwändige) Lösung: Gift gegen Schildläuse in kleines Gefäß sprühen und direkt mit Wattestäbchen auf die befallenen Blätter auftragen. Muss allerdings ein paar Mal wiederholt werden da ja z.B. die Eier nicht sichtbar sind.